Bienen-Nachmittage im April

Am 4. und 19. April war es ganz schön wuselig bei uns im Seegarten. Nicht nur, weil die Bienen nun fleißig fliegen. Sondern vor allem, da kleine und große Bienenfreund*innen uns bei unseren Bienen-Nachmittagen besucht haben.

Gemeinsam haben wir den Garten und die Bienen kennengelernt und viel entdeckt. Wir haben zum Beispiel heraus gefunden, wer alles im Bienenvolk lebt, wer welchen Job hat und wie lange so ein Bienen-Leben eigentlich dauert (außer im Winter nur ca. 30-35 Tage!).

Und wusstet ihr, dass eine Biene für ein 500g Glas Honig zweimal die Erde umrunden muss (Flugkilometer insgesamt für das Sammeln des Nektars)? Gut, dass sich das in einem Volk bis zu 50.000 Bienen teilen! Und dass es ohne Bienen keinen Kaffee geben würde, hat auch die Eltern ganz schön erstaunt.

Am Ende gab es jeweils eine richtige Schlacht um das süße Gold, bei der niemand zu kurz kommen wollte 😉

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Permakultur am Treffpunkt Freizeit: Swale und essbare Hecken

Am Sonntag den 2. April war es soweit: Bei bestem Wetter haben sich einige von unseren Gemeinschaftsgärtner*innen voller Tatendrang zusammen gefunden, um einen kleinen Teil des Geländes des Treffpunkt Freizeit nach Permakulturprinzipien zu gestalten. Als erstes haben wir einen Permakultur-„Swale“, einen Be-und Entwässerungsgraben, angelegt und dann bepflanzt.
Der Swale mit parallel verlaufender Hügelhecke soll verschiedene Aufgaben erfüllen:
  • Gezielte Versickerung des Wassers, statt Überflutung des Bolzplatzes bei Starkregen.
  • Räumliche Abgrenzung der Grünfläche zum Parkplatz, um das Risiko von Unfällen mit Kindern und Autos zu reduzieren.

Ausserdem soll die den Swale begleitende Hecke:

  • eine zusätzliche Bienenweide und Lebensraum für vielfältige Tier- und Pflanzenarten bereitstellen …
  • von den Besuchern des Treffpunkts Freizeit abgeerntet werden können …
  • und dabei auch noch schön aussehen.
Den Swale haben wir mit Hilfe von zwei Werkzeugen mit Jahrtausende alter Tradition angelegt: Schlauchwasserwaage und A-Frame (A-Rahmen). Die Schlauchwaage wird alltäglich von Maurern benutzt, um Höhenunterschiede über größere Distanzen ausmessen zu können. Unsere Waage hat einen Schlauch von 20 m Länge. Das reicht, um etwa bei einem Einfamilienhaus dafür zu sorgen, dass auch wirklich alle Wände auf gleicher Höhe verlaufen und später auch die Regenrinne funktioniert.
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Wir benutzten die Schlauchwasserwage, um unseren Anfangspunkt links und rechts auf gleicher Höhe zu finden, so dass der Graben des Swales auf beiden Seiten auch auf gleicher Höhe am Zisternenüberlauf angelegt werden konnte. Außerdem wurde am Ende geprüft, ob die Anfangspunkte in der Mitte sowie die Enden des Swales auf gleicher Höhe waren, um dann einen Überlauf für den Swale gezielt einrichten zu können.

Um den Graben entlang seines Verlaufs auf gleich bleibender Höhe anlegen zu können, wird mit Hilfe des A-Rahmens zirkelnd die Höhenlinie ausgelotet, mit Stöcken markiert und dann ausgehoben. Mit der gleichen Technik wurden schon vor Jahrtausenden Terrassen an Bergen und Hügeln angelegt, um Erosion zu verhindern und Landwirtschaft betreiben zu können.
Durch den Swale soll das Regenwasser nicht mehr direkt aus dem Zisternenüberlauf auf den Bolzplatz laufen, sondern verlangsamt den Graben entlang geführt werden und dann an den Enden verteilt austreten.
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Überlaufende Zisterne nach ergiebigem Landregen im Februar.

Durch die Abbremsung des Flusses im Swale kann das Wasser besser versickern und außerdem verteilt es sich über eine größere Fläche. Die Hecke, die in den erhöhten Teil des Swales, aus dem Erdaushub angelegt, gepflanzt wird, sollte nach dem Anlegen und reichlichen Mulchen also so gut wie nie mehr von Hand bewässert werden müssen.

Beim Aktionstag des Treffpunkts am 4. April wurde mit großer Unterstützung von vielen freiwilligen Helfer*innen eine weitere essbare Hecke als direkte Abgrenzung von Bolzplatz und Parkplatz angelegt. In diese Hecke und entlang des Swales sind Holunder, Felsenbirne, Kornellkirsche, Sanddorn, Hundsrose, Johannisbeeren, Stachelbeeren, Flieder, Lupine, Rotklee, Frauenmantel und einiges andere gepflanzt und gesät worden.

Dieses Arrangement ist wie in der Permakultur üblich work in progress und wird in der Zukunft noch weiter optimiert werden.

Mit Hilfe der oben beschriebenen und anderer Techniken werden heute versteppte Flächen in aller Welt von teilweise mehreren tausend Fußballfeldern wieder begrünt und damit den Menschen aus der Armut geholfen. Das vielleicht beeindruckendste Beispiel hierfür ist das Loess Plateau in China. Ein interessantes Video dazu gibt es hier: https://youtu.be/8QUSIJ80n50e

Wir freuen uns auf euren Besuch,

Habib Weide und das ganze Seegarten Team

Durchlenzung bei den Bienen

Letztes Wochenende war das Wetter recht warm und sonnig, die Kornellkirschen im Neuen Garten blühten leuchtend gelb. Bei unseren Bienen war die Zeit für die Durchlenzung gekommen.

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Bei diesem imkerlichen Frühjahrsputz werden die Bienenvölker zum ersten Mal nach dem Winter geöffnet. Wir sehen nach dem Rechten und entnehmen leergefutterte Honigwaben, die den Bienen als Wintervorrat dienten. In einem nächsten Arbeitsschritt wird das Brutnest des Bienenvolkes mit einem hölzernen Trennbrett, dem Schied, eingeengt. So sollen sich die Bienen besser entwickeln. In dem nächsten Wochen, wenn mit fortschreitendem Frühling die Zahl der Bienen stark zunimmt, wird dem Volk behutsam durch das Bereitstellen frischen Wabenbaumaterials (Mittelwänden) nach und nach mehr Raum zum Brüten gegeben.

Bei der Durchlenzung kann man die Kugelform des Brutnestes der Bienen besonders schön sehen (so wie auf dem folgenden Bild). Im Bild ist auf der Wabe nur ein Schnitt durch die obere, von Bienen besetzte Halbkugel und den umgebenden Futterkranz mit Honig zu sehen. Die zweite Hälfte des Brutnests befindet sich im unteren Teil des Bienenstocks auf einer weiteren Reihe von Waben.

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Zum Schutz der Bienenstöcke vor tieffliegenden Fussbällen und als ökologisch wertvolle Bereicherung des Seegartens haben wir eine Benjeshecke und einen neuen Totholzhaufen angelegt. Beide dienen Kleintieren wie Vögeln und Insekten als Versteck, schaffen damit neue Lebensräume und Rückzugsorte für Nützlinge, die im Garten bald auf die Jagd nach gefräßigen Raupen und Schnecken gehen sollen.

Permablitz am Sonntag, 2. April, ab 10 Uhr

Hallo liebe Urban Gardening Interessierte,

Wir vom Seegarten, dem Gemeinschaftsgarten im Treffpunkt Freizeit, haben etwas anzupacken. Wir wollen durch einen gärtnerischen Einsatz ein paar Dinge erreichen.

Der Treffpunkt Freizeit hat zwei Probleme bei denen wir Gärtnerisch behilflich sein wollen:

  1. Sind manche Stellen schwer einzusehen, so dass Kinder leicht auf dem Parkplatz plötzlich zwischen Autos auftauchen können.
  2. Wird der Bolzplatz regelmäßig bei Starkregen überflutet.

Beide wollen wir durch 1. Unterstützung bei der Pflanzung einer neuen Hecke und  2. zusätzlich durch gezielte Versickerung und Umleitung des Wassers mit Hilfe eines „Permakultur-Swales“ angehen.

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Außerdem wollen wir:

3. endlich unsere Permakultur Naschhecke ein Stück weiter fertig stellen.

Dazu müssen wir einen Zaun aufstellen und darin einen Apfelbaum an ein Spalier erziehen.

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Der Treffpunkt Freizeit wird täglich von etwa 300 Menschen besucht und immer wieder bekommen wir Anfragen von Interessierten, die in unserem Gemeinschaftsgarten mitmachen wollen. Wir hoffen, dass ein Einsatz voller Tatendrang auch zur Vernetzung unter den bestehenden Gartenprojekten und weiteren Interessierten beitragen kann, und hoffentich neue Gemeinschaftsgärten entstehen können. 2014 haben wir zusammen mit einem Schwesterprojekt, den Gartenpiraten,  den Klimapreis der Stadt Potsdam gewonnen weil wir verschiedene Methoden des Gärtnerns zur Schau stellen, das Schwesterprojekt hatte außerdem gute Garten-Arbeit mit Kindern gemacht.

Wir freuen uns über tatkräftige Unterstützung.

Bitte bringt Werkzeuge wie Spaten, Schüppen und dergleichen, sowie jede Menge gute Laune mit. Selbstversorgung ist empfehlenswert, wir können da nicht viel Leisten, aber das Café im Treffpunkt wird auch geöffnet sein.

Losgehen soll es am Sonntag den 2.4. gegen 10:00 auf dem Gelände des Treffpunkt Freizeit, wir treffen uns beim Gemeinschaftsgarten / am Fussballplatz.

Beste Grüße, hoffentlich bis bald.

Habib und das ganze Seegarten Team