So fühlt sich Frühling an!

Wie gut die warmen Sonnenstrahlen heute getan haben! Nicht nur uns, sondern auch den Bienen. Seit einigen Tagen wagen sie sich aus ihren Beuten und stürzen sich auf die bunten Tupfer in der sonst noch kargen Landschaft. Mit dicken Pollenhöschen fliegen sie zurück zu ihrem Volk. Und verraten uns damit, dass es anscheinend schon Brut zu versorgen gibt. Tatsächlich, als wir heute die „Frühjahrsdurchsicht“ gemacht haben, konnten wir die Brutnester deutlich erkennen 🙂

Damit sich auch Wildbienen in unserem Gemeinschaftsgarten wohl fühlen, haben wir dann gleich noch ein paar Nisthilfen angebracht. Insektenhotels und Nisthilfen sieht man ja vielerorts, doch leider oft eher gut gemeint als gut gemacht. Wichtig ist nämlich zum Beispiel, dass beim Bohren der Hölzer keine Risse entstehen. Deshalb lieber ins Längsholz bohren (abgelagertes, kein frisches Holz!) anstatt von oben in dicke Baumscheiben:

Gute Tipps für wirksame Nisthilfen finden sich zum Beispiel hier:

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/hautfluegler/bienen/13704.html

 

Advertisements

Die lila Kamuffel sind los!

Kurz bevor der Herbst so richtig angefangen hat, haben die lila Kamuffel (1.-3. Klässler*innen) der Evangelischen Grundschule Babelsberg uns noch einen Besuch im Garten abgestattet. Es wurden kleine Schätze im Garten gesammelt, Bienen beobachtet und viele Fragen rund um die fleißigen Tierchen geklärt. Nach einem stärkenden Picknick ging es dann wieder zurück zur Schule.

Rückblick auf die Wandel-Radtour und das Umweltfest 2017

Mit fast 40 Personen haben wir uns während der Wandelwoche aufgemacht, per pedale die Potsdamer Gemeinschaftsgärten zu erkunden. Auch ein kräftiger Regenschauer konnte uns nicht davon abhalten, die vielen bunten Orte zu bestaunen und zu erleben, wie in Potsdam der Stein des Wandels ins Rollen gekommen ist. Potsdam sollte nicht nur dafür bekannt sein, die teuersten Mieten im Osten zu haben und schick und prominent daherzukommen, sondern auch dafür, dass hier sehr viele Menschen aktiv sind, die zeigen, welche nachhaltigen Alternativen der Stadtentwicklung es gibt!

 

 

 

All das konnten wir kurz darauf beim Umweltfest an unserem Stand des Gartennetzwerks zeigen und mit vielen Menschen ins Gespräch kommen. Nebenbei wurden zahlreiche Samenkunstwerke gestaltet, Taschen und T-Shirts bedruckt und fleißig Rätsel gelöst.

Mit dem Gartennetzwerk Potsdam auf dem Umweltfest 2017

Am 17. September findet wieder das große Potsdamer Umweltfest statt.

Von 11h – 17:30h präsentieren über 90 Akteur*innen, was Potsdam und die Region in Sachen Umwelt- und Klimaschutz zu bieten haben und machen das Umweltfest mit großer Ideenvielfalt zu einem lebendigen Aktions- und Informationstags für alle – insbesondere aber für Familien und Kinder.

Umweltfest im Volkspark Potsdam - 27. September 2015 Foto: Volkspark Potsdam

Auch das Gartennetzwerk Potsdam ist mit einem Stand dabei – kommt vorbei!

Alle Infos hier:

http://www.volkspark-potsdam.de/component/option,com_eventlist/Itemid,19/func,details/month,09/year,2017/catsid,1/did,2500/

 

Der Seegarten ist Teil der Wandelwoche

11 Tage und mehr als 30 Veranstaltungen in Berlin/Brandenburg – rund um Projekte und Ideen für ein Leben und Wirtschaften, die zeigen – ein gutes Leben für alle, überall, ist möglich! Offen für alle und gegen Spende. 

Gemeinschaftliches und generationenübergreifendes Wohnen? Selbstbestimmte Bildung? Fair-Teilung von Ressourcen? Arbeiten in Selbstorganisation? Ein solidarischer Umgang mit Sorgetätigkeiten? Ökologisches und nachhaltiges Wirtschaften? Die Tragweite der eigenen Handlungen erkennen? Smoothies mit dem Rad mixen? …die Wandelwoche hat nicht auf alle Fragen Antworten.

Aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung und wir sind dabei! Während einer Radtour besuchen wir viele Gemeinschaftsgärten des Gartennetzwerks Potsdam und somit auch den Seegarten.

JETZT ANMELDEN:

http://bbb.wandelwoche.org/veranstaltung/gemuese-rallye-fahrradtour-zu-den-potsdamer-gemeinschaftsgaerten/

Sommer im Seegarten

Trotz wechselhafter Witterung hat der Sommer nun wirklich Einzug gehalten in den Seegarten. Viel wurden schon abgeerntet: Unmengen an Spinat, Salat, Beinwell, Zuckerschoten, Rabarber, rote und schwarze Johannis-, Joster- und Stachelbeeren und manches mehr. Gerade die Beerensträucher trugen dieses Jahr sehr reichlich, dank des fleissigen Mulchens, nun auch mit Bambusmatten, zerschnitten beim Training der am Treffpunkt aktiven Schwertkünstler, und der frühen Gabe von kompostiertem Pferdemist. Und viel bleibt noch zu ernten: die Tomaten reifen, Kürbisse und Zuccini wuchern heran, die Kräuter sprießen.

Wunderschön ist auch dieses Jahr wieder die Vielfalt bunter, wilder Stauden wie etwa Dost, die unseren Honigbienen und vielen anderen Insekten eine reiche Weide bieten.

Da die Zeit der ergiebigen Trachten wie Robinie oder Linde nun aber vorrüber ist, werden wir bald den ersten Honig des Jahres ernten. Bis dahin kommt es bei den jede Woche anstehenden Schwarmkontrollen immer wieder zu Überraschungen. Einem unser Völker ist seine, mit drei Jahren schon sehr alte, Königin abhanden gekommen. Die Arbeiterinnen haben reichlich zapfenförmige Königinnenzellen angelegt, um darin standesgemäßen Nachwuchs heranzuziehen. Bei der letzten Kontrolle standen die ersten Blaublütigen kurz vor dem Schlüpfen. Nun hoffen wir, dass sich eine starke Königin bei den zu erwartenden Kämpfen durchsetzt und das Volk gut durch den Winter bringt.

Drei Königinnenlarven fielen bei dieser Operation aus ihren Gemächern. Eine seltene Gelegenheit, sie einmal genauer zu betrachten.

Ablegerbildung beim Gesang der Nachtigall

Der April zeigte sich dieses Jahr von seiner recht unterkühlten und wechselhaften Seite. Für die Bienen war es eine schwierige Zeit, sie konnten nur wenig ausfliegen, um die Frühtrachten wie Rosskastanie, Löwenzahn oder Obstblüte zu nutzen. Zum Glück hatten wir bei der Durchlenzung zur Sicherheit reichlich Winterfutter in den beiden überwinterten Völkern belassen, so dass sich die Immen gut entwickelt haben. Besonders eins der beiden Völker war Ende April bereits so stark und zahlreich, dass wir uns entschlossen, den Tag der Arbeit zur Bildung von zwei Ablegern zu nutzen. Das genaue Vorgehen bei dieser Form der Vermehrung von Bienenvölker hatten wir bereits letztes Jahr genauer beschrieben.

Beim Gesang der erst wenige Tage zuvor ins Havelland zugezogenen, im Seegarten ansässigen, und dazu noch auf einem Ast der Ulme direkt über den Beuten sitzenden Nachtigall bildeten wir zwei Ableger aus jeweils einer gut mit Ammenbienen besetzten Brutwabe und statteten sie mit reichlich Honigfutter und Mittelwänden zum Weiterwachsen- und bauen aus. Zum Glück fand sich am selben Tag noch ein lauschiges Plätzchen ausserhalb der Reichweite unserer Flugbienen, wo sich die zwei Jungvölker in Ruhe eine neue Königin heranziehen können. Nach mehr als einen Monat können beide dann runderneuert und hoffentlich bockstark zurück in den Seegarten ziehen.

Der Swale funktioniert!

Anfang April hatten wir mit fleissigen Helfern am Rand der Fussballwiese des Treffpunkts Freizeit einen Swale gebaut. Diese aus der Permakultur abgeleitete Konstruktion hat bei einem starken (Schnee-) Regenguss am Morgen des Ostersonntags bereits große Wirkung gezeigt. Der aus der Zisterne des Treffpunkts überlaufende Regenwasserstrahl wurde von den vorher schon vorhandenen Findlingen gebrochen und dann vom Entwässerungsgraben des Swale aufgefangen.

Das Wasser verteilt sich so auf eine große Fläche, kann versickern und wird dabei von den Wurzeln der auf dem Hügel des Swale gepflanzten Pflanzen aufgenommen. Bei kleineren Regengüssen genügt die Speicherfähigkeit des Grabens, um eine Überschwemmung des Fussballfeldes zu verhindern.

Der starke Regen am Ostermontag ließ den Graben allerdings leicht an der östlichen Seite überlaufen, allerdings deutlich weniger heftig und weitreichend, als es ohne den Swale der Fall gewesen wäre. Wir sind gespannt, wie sich der Swale bei den zu erwartenden Gewitterregen im Frühjahr und Sommer verhalten wird, und wie die auf dem Hügel gesetzten und eingesäten Nutzplanzen und Blumen in der warmen Jahreszeit gedeihen werden.

IMG_6288

Zu den Grundprinzipien der Permakultur haben die beiden ehemaligen Seegärtner Aline und Holger einige lesenswerte Beiträge auf ihrem Hofblog veröffentlicht, es lohnt sicher immer wieder mal dort vorbei zu lesen:

Bienen-Nachmittage im April

Am 4. und 19. April war es ganz schön wuselig bei uns im Seegarten. Nicht nur, weil die Bienen nun fleißig fliegen. Sondern vor allem, da kleine und große Bienenfreund*innen uns bei unseren Bienen-Nachmittagen besucht haben.

Gemeinsam haben wir den Garten und die Bienen kennengelernt und viel entdeckt. Wir haben zum Beispiel heraus gefunden, wer alles im Bienenvolk lebt, wer welchen Job hat und wie lange so ein Bienen-Leben eigentlich dauert (außer im Winter nur ca. 30-35 Tage!).

Und wusstet ihr, dass eine Biene für ein 500g Glas Honig zweimal die Erde umrunden muss (Flugkilometer insgesamt für das Sammeln des Nektars)? Gut, dass sich das in einem Volk bis zu 50.000 Bienen teilen! Und dass es ohne Bienen keinen Kaffee geben würde, hat auch die Eltern ganz schön erstaunt.

Am Ende gab es jeweils eine richtige Schlacht um das süße Gold, bei der niemand zu kurz kommen wollte 😉

thumb_IMG_2295_1024

Permakultur am Treffpunkt Freizeit: Swale und essbare Hecken

Am Sonntag den 2. April war es soweit: Bei bestem Wetter haben sich einige von unseren Gemeinschaftsgärtner*innen voller Tatendrang zusammen gefunden, um einen kleinen Teil des Geländes des Treffpunkt Freizeit nach Permakulturprinzipien zu gestalten. Als erstes haben wir einen Permakultur-„Swale“, einen Be-und Entwässerungsgraben, angelegt und dann bepflanzt.
Der Swale mit parallel verlaufender Hügelhecke soll verschiedene Aufgaben erfüllen:
  • Gezielte Versickerung des Wassers, statt Überflutung des Bolzplatzes bei Starkregen.
  • Räumliche Abgrenzung der Grünfläche zum Parkplatz, um das Risiko von Unfällen mit Kindern und Autos zu reduzieren.

Ausserdem soll die den Swale begleitende Hecke:

  • eine zusätzliche Bienenweide und Lebensraum für vielfältige Tier- und Pflanzenarten bereitstellen …
  • von den Besuchern des Treffpunkts Freizeit abgeerntet werden können …
  • und dabei auch noch schön aussehen.
Den Swale haben wir mit Hilfe von zwei Werkzeugen mit Jahrtausende alter Tradition angelegt: Schlauchwasserwaage und A-Frame (A-Rahmen). Die Schlauchwaage wird alltäglich von Maurern benutzt, um Höhenunterschiede über größere Distanzen ausmessen zu können. Unsere Waage hat einen Schlauch von 20 m Länge. Das reicht, um etwa bei einem Einfamilienhaus dafür zu sorgen, dass auch wirklich alle Wände auf gleicher Höhe verlaufen und später auch die Regenrinne funktioniert.
schlauchwasserwaage

Wir benutzten die Schlauchwasserwage, um unseren Anfangspunkt links und rechts auf gleicher Höhe zu finden, so dass der Graben des Swales auf beiden Seiten auch auf gleicher Höhe am Zisternenüberlauf angelegt werden konnte. Außerdem wurde am Ende geprüft, ob die Anfangspunkte in der Mitte sowie die Enden des Swales auf gleicher Höhe waren, um dann einen Überlauf für den Swale gezielt einrichten zu können.

Um den Graben entlang seines Verlaufs auf gleich bleibender Höhe anlegen zu können, wird mit Hilfe des A-Rahmens zirkelnd die Höhenlinie ausgelotet, mit Stöcken markiert und dann ausgehoben. Mit der gleichen Technik wurden schon vor Jahrtausenden Terrassen an Bergen und Hügeln angelegt, um Erosion zu verhindern und Landwirtschaft betreiben zu können.
Durch den Swale soll das Regenwasser nicht mehr direkt aus dem Zisternenüberlauf auf den Bolzplatz laufen, sondern verlangsamt den Graben entlang geführt werden und dann an den Enden verteilt austreten.
überlaufende zisterne

Überlaufende Zisterne nach ergiebigem Landregen im Februar.

Durch die Abbremsung des Flusses im Swale kann das Wasser besser versickern und außerdem verteilt es sich über eine größere Fläche. Die Hecke, die in den erhöhten Teil des Swales, aus dem Erdaushub angelegt, gepflanzt wird, sollte nach dem Anlegen und reichlichen Mulchen also so gut wie nie mehr von Hand bewässert werden müssen.

Beim Aktionstag des Treffpunkts am 4. April wurde mit großer Unterstützung von vielen freiwilligen Helfer*innen eine weitere essbare Hecke als direkte Abgrenzung von Bolzplatz und Parkplatz angelegt. In diese Hecke und entlang des Swales sind Holunder, Felsenbirne, Kornellkirsche, Sanddorn, Hundsrose, Johannisbeeren, Stachelbeeren, Flieder, Lupine, Rotklee, Frauenmantel und einiges andere gepflanzt und gesät worden.

Dieses Arrangement ist wie in der Permakultur üblich work in progress und wird in der Zukunft noch weiter optimiert werden.

Mit Hilfe der oben beschriebenen und anderer Techniken werden heute versteppte Flächen in aller Welt von teilweise mehreren tausend Fußballfeldern wieder begrünt und damit den Menschen aus der Armut geholfen. Das vielleicht beeindruckendste Beispiel hierfür ist das Loess Plateau in China. Ein interessantes Video dazu gibt es hier: https://youtu.be/8QUSIJ80n50e

Wir freuen uns auf euren Besuch,

Habib Weide und das ganze Seegarten Team