Erstes Gartentreffen 2020

Es ist Anfang März, doch eigentlich fühlt es sich derzeit eher nach April-Wetter an. Regen, Sonne und Schneeregen wechseln sich ab. Aber bei unserem ersten gemeinsamen Gartentreffen in diesem Jahr hätte es besser nicht sein können. So haben wir bei strahlendem Sonnenschein fleißig unsere Beete aus dem Winterschlaf geweckt, Kompost gesiebt, gesät und geschaut, wie es den Bienen geht.

 

Viele Pflanzen haben den milden Winter gut überstanden. Die Ringelblumen blühen einfach weiter und der Grünkohl hat dieses Mal gar keinen richtigen Frost bekommen. Lecker ist er trotzdem.

Und ein kleiner Tipp am Rande: Mit Olivenöl, Parmesan, Nüssen/Pinienkernen und Gewürzen zu einem leckeren Pesto püriert, macht er dem Bärlauch durchaus Konkurrenz!

Die Bienchengruppe ist wieder zu Gast im Seegarten

Es ist Hochsommer im Seegarten und 35°C im Schatten können die Bienchengruppe aus Potsdam-West nicht aufhalten, den Weg an den Heiligen See erneut auf sich zu nehmen, um viele ihrer Fragen zum Leben und Leiden der Bienen zu stellen.

Da sich die Bienen im August bereits auf dem Winter vorbereiten, war es in diesem Jahr für die Schaubeute schon zu spät. Deshalb haben wir es gewagt, gemeinsam einen Blick von oben in die geöffnete Holzmagazinbeute zu werfen, um etwas Wildwabenbau mit frischem Honig zu kosten. Für die erste Reihe mit den besonders mutigen Kindern und Eltern gab es Schleier und für die Bienen etwas Rauch. Dass so eine volle Futterwabe durchaus mehr als 3kg wiegt, und wie viel Honig so ein Volk für den Winter benötigt, hätten die meisten wohl kaum für möglich gehalten. Und dass die Bienen sich das alles so ohne weiteres gefallen lassen, wohl auch nicht.
Gemeinsam haben wir im Anschluss darüber diskutiert, wie jeder den Bienen im Allgemeinen in der Stadt etwas Gutes tun können. Saatgut wurde als Bienenweide an Kinder und Eltern verteilt, denn nicht jede Blüte, die schön ausschaut, ist auch für Bienen interessant und nützlich, besonders in der mageren Hochsommerzeit.

 

 

Ein gutes Honigjahr!

Nachdem 2017 wenig ertragreich war, haben unsere Bienen in diesem warmen Frühjahr und Sommer umso mehr eingetragen 🙂 So konnten wir in den letzten Wochen reichlich köstlichen Honig ernten und haben so manchen Nachmittag volle Waben geschleppt, entdeckelt, geschleudert und das flüssige Gold abgefüllt.

 

Nun freuen wir uns über einen Keller voll Obst-, Robinien- und Lindenhonig.

Und dieses Jahr sogar mit neuen Etiketten! Ein großer Dank an Meike www.meira.de !

Die Bienchengruppe macht was los

Es ist Sommer im Seegarten und eine Gruppe engagierter Eltern mit Kindern zwischen zwei und fünf Jahren machte sich auf den Weg, um sich mal genauer das faszinierende Leben der Bienen anzuschauen. Denn diese haben dem Elterntreff, der „Bienchengruppe“, seinen Namen gegeben!

Ja, die Bienen sahen schon so aus, als es noch Dinosaurier gab, wie man aus Bernsteinfunden weiß. Und schon staunten die ersten Kinderaugen. Bienen verpuppen sich wie eine Raupe, die dann zum Schmetterling wird. Und in einer Bienenbeute wohnen fast halb so viele Bienen wie Menschen in ganz Potsdam…

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Aber so richtig spannend wurde es, als wir uns um die Schaubeute versammelten, um die Königin zu suchen. Zum Glück hat sie einen roten Punkt auf dem Rücken in dem regen Gewusel, und zack, schon legte sie ein Ei. Nur leider war kein Schwänzeltanz zu entdecken. Der wurde dann stattdessen als Theaterdarbietung vorgeführt.

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Und dann gab es natürlich auch noch frischen Scheibenhonig zu verkosten, so köstlich und direkt aus der Wabe geschnitten. Die Kinder entdeckten nach der süßen Stärkung den Garten für sich und die Eltern diskutierten noch ein Weilchen über die Zukunft der Bienen und Insekten im Allgemeinen.

Rückblick auf die Wandel-Radtour und das Umweltfest 2017

Mit fast 40 Personen haben wir uns während der Wandelwoche aufgemacht, per pedale die Potsdamer Gemeinschaftsgärten zu erkunden. Auch ein kräftiger Regenschauer konnte uns nicht davon abhalten, die vielen bunten Orte zu bestaunen und zu erleben, wie in Potsdam der Stein des Wandels ins Rollen gekommen ist. Potsdam sollte nicht nur dafür bekannt sein, die teuersten Mieten im Osten zu haben und schick und prominent daherzukommen, sondern auch dafür, dass hier sehr viele Menschen aktiv sind, die zeigen, welche nachhaltigen Alternativen der Stadtentwicklung es gibt!

 

 

 

All das konnten wir kurz darauf beim Umweltfest an unserem Stand des Gartennetzwerks zeigen und mit vielen Menschen ins Gespräch kommen. Nebenbei wurden zahlreiche Samenkunstwerke gestaltet, Taschen und T-Shirts bedruckt und fleißig Rätsel gelöst.

Mit dem Gartennetzwerk Potsdam auf dem Umweltfest 2017

Am 17. September findet wieder das große Potsdamer Umweltfest statt.

Von 11h – 17:30h präsentieren über 90 Akteur*innen, was Potsdam und die Region in Sachen Umwelt- und Klimaschutz zu bieten haben und machen das Umweltfest mit großer Ideenvielfalt zu einem lebendigen Aktions- und Informationstags für alle – insbesondere aber für Familien und Kinder.

Umweltfest im Volkspark Potsdam - 27. September 2015 Foto: Volkspark Potsdam

Auch das Gartennetzwerk Potsdam ist mit einem Stand dabei – kommt vorbei!

Alle Infos hier:

http://www.volkspark-potsdam.de/component/option,com_eventlist/Itemid,19/func,details/month,09/year,2017/catsid,1/did,2500/

 

Sommer im Seegarten

Trotz wechselhafter Witterung hat der Sommer nun wirklich Einzug gehalten in den Seegarten. Viel wurden schon abgeerntet: Unmengen an Spinat, Salat, Beinwell, Zuckerschoten, Rabarber, rote und schwarze Johannis-, Joster- und Stachelbeeren und manches mehr. Gerade die Beerensträucher trugen dieses Jahr sehr reichlich, dank des fleissigen Mulchens, nun auch mit Bambusmatten, zerschnitten beim Training der am Treffpunkt aktiven Schwertkünstler, und der frühen Gabe von kompostiertem Pferdemist. Und viel bleibt noch zu ernten: die Tomaten reifen, Kürbisse und Zuccini wuchern heran, die Kräuter sprießen.

Wunderschön ist auch dieses Jahr wieder die Vielfalt bunter, wilder Stauden wie etwa Dost, die unseren Honigbienen und vielen anderen Insekten eine reiche Weide bieten.

Da die Zeit der ergiebigen Trachten wie Robinie oder Linde nun aber vorrüber ist, werden wir bald den ersten Honig des Jahres ernten. Bis dahin kommt es bei den jede Woche anstehenden Schwarmkontrollen immer wieder zu Überraschungen. Einem unser Völker ist seine, mit drei Jahren schon sehr alte, Königin abhanden gekommen. Die Arbeiterinnen haben reichlich zapfenförmige Königinnenzellen angelegt, um darin standesgemäßen Nachwuchs heranzuziehen. Bei der letzten Kontrolle standen die ersten Blaublütigen kurz vor dem Schlüpfen. Nun hoffen wir, dass sich eine starke Königin bei den zu erwartenden Kämpfen durchsetzt und das Volk gut durch den Winter bringt.

Drei Königinnenlarven fielen bei dieser Operation aus ihren Gemächern. Eine seltene Gelegenheit, sie einmal genauer zu betrachten.

Der Swale funktioniert!

Anfang April hatten wir mit fleissigen Helfern am Rand der Fussballwiese des Treffpunkts Freizeit einen Swale gebaut. Diese aus der Permakultur abgeleitete Konstruktion hat bei einem starken (Schnee-) Regenguss am Morgen des Ostersonntags bereits große Wirkung gezeigt. Der aus der Zisterne des Treffpunkts überlaufende Regenwasserstrahl wurde von den vorher schon vorhandenen Findlingen gebrochen und dann vom Entwässerungsgraben des Swale aufgefangen.

Das Wasser verteilt sich so auf eine große Fläche, kann versickern und wird dabei von den Wurzeln der auf dem Hügel des Swale gepflanzten Pflanzen aufgenommen. Bei kleineren Regengüssen genügt die Speicherfähigkeit des Grabens, um eine Überschwemmung des Fussballfeldes zu verhindern.

Der starke Regen am Ostermontag ließ den Graben allerdings leicht an der östlichen Seite überlaufen, allerdings deutlich weniger heftig und weitreichend, als es ohne den Swale der Fall gewesen wäre. Wir sind gespannt, wie sich der Swale bei den zu erwartenden Gewitterregen im Frühjahr und Sommer verhalten wird, und wie die auf dem Hügel gesetzten und eingesäten Nutzplanzen und Blumen in der warmen Jahreszeit gedeihen werden.

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Zu den Grundprinzipien der Permakultur haben die beiden ehemaligen Seegärtner Aline und Holger einige lesenswerte Beiträge auf ihrem Hofblog veröffentlicht, es lohnt sicher immer wieder mal dort vorbei zu lesen:

Permakultur am Treffpunkt Freizeit: Swale und essbare Hecken

Am Sonntag den 2. April war es soweit: Bei bestem Wetter haben sich einige von unseren Gemeinschaftsgärtner*innen voller Tatendrang zusammen gefunden, um einen kleinen Teil des Geländes des Treffpunkt Freizeit nach Permakulturprinzipien zu gestalten. Als erstes haben wir einen Permakultur-„Swale“, einen Be-und Entwässerungsgraben, angelegt und dann bepflanzt.
Der Swale mit parallel verlaufender Hügelhecke soll verschiedene Aufgaben erfüllen:
  • Gezielte Versickerung des Wassers, statt Überflutung des Bolzplatzes bei Starkregen.
  • Räumliche Abgrenzung der Grünfläche zum Parkplatz, um das Risiko von Unfällen mit Kindern und Autos zu reduzieren.

Ausserdem soll die den Swale begleitende Hecke:

  • eine zusätzliche Bienenweide und Lebensraum für vielfältige Tier- und Pflanzenarten bereitstellen …
  • von den Besuchern des Treffpunkts Freizeit abgeerntet werden können …
  • und dabei auch noch schön aussehen.
Den Swale haben wir mit Hilfe von zwei Werkzeugen mit Jahrtausende alter Tradition angelegt: Schlauchwasserwaage und A-Frame (A-Rahmen). Die Schlauchwaage wird alltäglich von Maurern benutzt, um Höhenunterschiede über größere Distanzen ausmessen zu können. Unsere Waage hat einen Schlauch von 20 m Länge. Das reicht, um etwa bei einem Einfamilienhaus dafür zu sorgen, dass auch wirklich alle Wände auf gleicher Höhe verlaufen und später auch die Regenrinne funktioniert.
schlauchwasserwaage

Wir benutzten die Schlauchwasserwage, um unseren Anfangspunkt links und rechts auf gleicher Höhe zu finden, so dass der Graben des Swales auf beiden Seiten auch auf gleicher Höhe am Zisternenüberlauf angelegt werden konnte. Außerdem wurde am Ende geprüft, ob die Anfangspunkte in der Mitte sowie die Enden des Swales auf gleicher Höhe waren, um dann einen Überlauf für den Swale gezielt einrichten zu können.

Um den Graben entlang seines Verlaufs auf gleich bleibender Höhe anlegen zu können, wird mit Hilfe des A-Rahmens zirkelnd die Höhenlinie ausgelotet, mit Stöcken markiert und dann ausgehoben. Mit der gleichen Technik wurden schon vor Jahrtausenden Terrassen an Bergen und Hügeln angelegt, um Erosion zu verhindern und Landwirtschaft betreiben zu können.
Durch den Swale soll das Regenwasser nicht mehr direkt aus dem Zisternenüberlauf auf den Bolzplatz laufen, sondern verlangsamt den Graben entlang geführt werden und dann an den Enden verteilt austreten.
überlaufende zisterne

Überlaufende Zisterne nach ergiebigem Landregen im Februar.

Durch die Abbremsung des Flusses im Swale kann das Wasser besser versickern und außerdem verteilt es sich über eine größere Fläche. Die Hecke, die in den erhöhten Teil des Swales, aus dem Erdaushub angelegt, gepflanzt wird, sollte nach dem Anlegen und reichlichen Mulchen also so gut wie nie mehr von Hand bewässert werden müssen.

Beim Aktionstag des Treffpunkts am 4. April wurde mit großer Unterstützung von vielen freiwilligen Helfer*innen eine weitere essbare Hecke als direkte Abgrenzung von Bolzplatz und Parkplatz angelegt. In diese Hecke und entlang des Swales sind Holunder, Felsenbirne, Kornellkirsche, Sanddorn, Hundsrose, Johannisbeeren, Stachelbeeren, Flieder, Lupine, Rotklee, Frauenmantel und einiges andere gepflanzt und gesät worden.

Dieses Arrangement ist wie in der Permakultur üblich work in progress und wird in der Zukunft noch weiter optimiert werden.

Mit Hilfe der oben beschriebenen und anderer Techniken werden heute versteppte Flächen in aller Welt von teilweise mehreren tausend Fußballfeldern wieder begrünt und damit den Menschen aus der Armut geholfen. Das vielleicht beeindruckendste Beispiel hierfür ist das Loess Plateau in China. Ein interessantes Video dazu gibt es hier: https://youtu.be/8QUSIJ80n50e

Wir freuen uns auf euren Besuch,

Habib Weide und das ganze Seegarten Team