Durchlenzung bei den Bienen

Letztes Wochenende war das Wetter recht warm und sonnig, die Kornellkirschen im Neuen Garten blühten leuchtend gelb. Bei unseren Bienen war die Zeit für die Durchlenzung gekommen.

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Bei diesem imkerlichen Frühjahrsputz werden die Bienenvölker zum ersten Mal nach dem Winter geöffnet. Wir sehen nach dem Rechten und entnehmen leergefutterte Honigwaben, die den Bienen als Wintervorrat dienten. In einem nächsten Arbeitsschritt wird das Brutnest des Bienenvolkes mit einem hölzernen Trennbrett, dem Schied, eingeengt. So sollen sich die Bienen besser entwickeln. In dem nächsten Wochen, wenn mit fortschreitendem Frühling die Zahl der Bienen stark zunimmt, wird dem Volk behutsam durch das Bereitstellen frischen Wabenbaumaterials (Mittelwänden) nach und nach mehr Raum zum Brüten gegeben.

Bei der Durchlenzung kann man die Kugelform des Brutnestes der Bienen besonders schön sehen (so wie auf dem folgenden Bild). Im Bild ist auf der Wabe nur ein Schnitt durch die obere, von Bienen besetzte Halbkugel und den umgebenden Futterkranz mit Honig zu sehen. Die zweite Hälfte des Brutnests befindet sich im unteren Teil des Bienenstocks auf einer weiteren Reihe von Waben.

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Zum Schutz der Bienenstöcke vor tieffliegenden Fussbällen und als ökologisch wertvolle Bereicherung des Seegartens haben wir eine Benjeshecke und einen neuen Totholzhaufen angelegt. Beide dienen Kleintieren wie Vögeln und Insekten als Versteck, schaffen damit neue Lebensräume und Rückzugsorte für Nützlinge, die im Garten bald auf die Jagd nach gefräßigen Raupen und Schnecken gehen sollen.

Permablitz am Sonntag, 2. April, ab 10 Uhr

Hallo liebe Urban Gardening Interessierte,

Wir vom Seegarten, dem Gemeinschaftsgarten im Treffpunkt Freizeit, haben etwas anzupacken. Wir wollen durch einen gärtnerischen Einsatz ein paar Dinge erreichen.

Der Treffpunkt Freizeit hat zwei Probleme bei denen wir Gärtnerisch behilflich sein wollen:

  1. Sind manche Stellen schwer einzusehen, so dass Kinder leicht auf dem Parkplatz plötzlich zwischen Autos auftauchen können.
  2. Wird der Bolzplatz regelmäßig bei Starkregen überflutet.

Beide wollen wir durch 1. Unterstützung bei der Pflanzung einer neuen Hecke und  2. zusätzlich durch gezielte Versickerung und Umleitung des Wassers mit Hilfe eines „Permakultur-Swales“ angehen.

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Außerdem wollen wir:

3. endlich unsere Permakultur Naschhecke ein Stück weiter fertig stellen.

Dazu müssen wir einen Zaun aufstellen und darin einen Apfelbaum an ein Spalier erziehen.

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Der Treffpunkt Freizeit wird täglich von etwa 300 Menschen besucht und immer wieder bekommen wir Anfragen von Interessierten, die in unserem Gemeinschaftsgarten mitmachen wollen. Wir hoffen, dass ein Einsatz voller Tatendrang auch zur Vernetzung unter den bestehenden Gartenprojekten und weiteren Interessierten beitragen kann, und hoffentich neue Gemeinschaftsgärten entstehen können. 2014 haben wir zusammen mit einem Schwesterprojekt, den Gartenpiraten,  den Klimapreis der Stadt Potsdam gewonnen weil wir verschiedene Methoden des Gärtnerns zur Schau stellen, das Schwesterprojekt hatte außerdem gute Garten-Arbeit mit Kindern gemacht.

Wir freuen uns über tatkräftige Unterstützung.

Bitte bringt Werkzeuge wie Spaten, Schüppen und dergleichen, sowie jede Menge gute Laune mit. Selbstversorgung ist empfehlenswert, wir können da nicht viel Leisten, aber das Café im Treffpunkt wird auch geöffnet sein.

Losgehen soll es am Sonntag den 2.4. gegen 10:00 auf dem Gelände des Treffpunkt Freizeit, wir treffen uns beim Gemeinschaftsgarten / am Fussballplatz.

Beste Grüße, hoffentlich bis bald.

Habib und das ganze Seegarten Team

4.4.2017 & 19.4.2017: Bienennachmittag für Familien

Nach den ersten milden Tagen geht es nun schlagartig wieder rund in den Bienenvölkern. Und jedes Jahr aufs Neue ist es faszinierend, das Gewimmel zu beobachten und Antworten auf Fragen zu finden.

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Deshalb laden wir am 4.4.2017 und 19.4.2017 von jeweils 15:30h-18h alle Kinder ab 6 Jahre und ihre Eltern zu einem Bienennachmittag in den Seegarten ein.

Zusammen werden wir entdecken, warum Bienen so spannende Tiere und unverzichtbar für uns Menschen sind. Machen eigentlich alle Bienen Honig? Wovon ernähren sich Bienen und wie lange leben sie? Und was haben Maja und Willi denn mit mir selbst zu tun?

Wenn das Wetter es zulässt, werden wir auch einen Blick in die Völker werfen.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der BUNDjugend (Landesverband Brandenburg) statt.

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Kontakt Anmeldung: bis 28.3.2017 unter 0177-4670454
Kosten Eintritt frei, um eine Spende wird gebeten

Frühlingsvorbereitungen

War das ein milder Vorgeschmack auf den nahenden Frühling! Letzten Samstag haben wir die wärmenden Sonnenstrahlen genutzt, um das erste Mal nach dem Winter wieder länger gemeinsam im Garten zu sein.

Nicht nur wir waren unterwegs. Auch die Bienen freuen sich momentan über die ersten Pollen von Krokussen und Haselsträuchern. So leuchteten überall gelbe Pollenhöschen in der Sonne.

Wie zu Beginn jeden Jahres haben wir auch dieses Wochenende wieder viele Schubkarren Kompost gesiebt, die Beete damit aufbereitet, gewerkelt und gesät. Und die Beerensträucher bekamen ihre extra Portion Dung in Form von verrottetem Pferdemist.

Nun braucht es nur noch ein wenig Geduld, bis die ersten Radieschen genascht werden können und dann Spinat und Möhren dazu kommen…

Pferdemist-Aktion

Der Winter kommt langsam aber sicher – genau der richtige Zeitpunkt, um nicht nur die Beete mit Mulch winterfest zu machen, sondern auch um Pferdemist zu besorgen. Deshalb haben wir gestern einen Hänger voll bei einem Pferdehof in der Nähe von Potsdam abgeholt. Der Mist wird nun bis zum Frühjahr abgelagert, das heißt kompostiert. Danach steht er uns als preiswerter, nährstoffreicher Dünger zur Verfügung und versorgt unseren Garten mit Stickstoff, Magnesium, Phosphat und Kalium. Außerdem erhöht der Mist die Wasserbindekraft des Bodens, was beim Märkischen Sandboden besonders wichtig ist.

Wir sind gespannt auf die Resultate nächstes Jahr…

 

 

 

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Der Seegarten beim Vernetzungstreffen der Gemeinschaftsgärten Potsdam/Brandenburg

Heute hat ein großes Vernetzungstreffen der Gemeinschaftsgärten aus Potsdam und Brandenburg stattgefunden. Eingeladen hatten die anstiftung und der freiGarten Potsdam.

Es war toll, so viele Menschen kennenzulernen, die gemeinschaftlich gärtnern und sich auszutauschen, welches Wissen, welche Erfahrungen, Ressourcen und Kontakte wir in Zukunft teilen können!

Ein guter Start ist auf jeden Fall schonmal unser Gartennetzwerk Potsdam: http://transition-potsdam.de/

 

Herbsttreffen im Garten

Ende September haben wir die letzten warmen Sommerstrahlen genossen und sind zu einem kleinen Herbstfest zusammen gekommen. Als Highlight gab es eine Honigverkostung. Nebenbei wurde fleißig gegärtnert und so manches Beet „winterfest“ gemacht. Auch unsere Bienen gehen nun langsam in den Winterschlaf…

Wie wollen wir leben? Unsere Antwort darauf…

Letztes Wochenende gehörten wir als Gartennetzwerk Potsdam zu den Bewohner*innen der Stadt für eine Nacht in der Schiffbauergasse. Das heißt, wir hatten unsere eigene kleine Hütte, in der man uns von Samstag 14h bis Sonntag 14h besuchen konnte.

Und es gab viele tolle Aktionen, die wir angeboten haben: von Baumbestimmungen, über Honigverkostung bis zur Berechnung des eigenen ökologischen Fußabdrucks und Kräutersalz, Kräuteröl und Ringelblumensalbe war für alle etwas dabei. Das Highlight war jedoch definitiv unser „grünes Auto“. Am Samstagnachmittag konnten alle Gäste mit uns ein altes Auto bemalen und besprayen und anschließend haben wir es zusammen bepflanzt.

Wir finden, das Ergebnis zeigt ganz klar, wie wir in Potsdam leben wollen: Unsere Stadt muss noch grüner und gemeinschaftlicher werden! Die bereits bestehenden urbanen Gemeinschaftgärten sind da auf jeden Fall schonmal ein guter Start 😉

Potsdamer Gartennetzwerk präsentiert sich in der „Stadt für eine Nacht“ in der Schiffbauergasse

Dieses Wochenende vom 16. bis 17. Juli 2016 (14 Uhr bis 14 Uhr) erwacht in der Schiffbauergasse in Potsdam wieder die Stadt für eine Nacht zum Leben. 24h Stunden lang gibt es Angebote, Präsentationen, Musik etc. unter dem Motto Wie wollen wir leben? Wir haben uns als Gartennetzwerk Potsdam um ein „Haus“ in der Stadt beworben und sind dabei:-) Denn zu dem Thema haben wir einiges zu sagen!

Folgende Aktionen sind für die lange Nacht geplant: Wir werden mit allen Besucher*innen ein altes Auto in einen blühenden, essbaren Garten verwandeln. Dazu gibt es kleine Workshops und Angebote bei uns im Gartenhaus, unter anderem zu den Themen Permakultur, Pflanzenmärchen, Bäume bestimmen, Samenbomben und vielem mehr…

Also, seid dabei!

www.schiffbauergasse.de/sfen/

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Völkervermehrung: Ableger und Schwarm

Bienenvölker vermehren sich natürlicherweise im Frühjahr und Sommer durch Schwärme. Wenn es wärmer wird und immer mehr Nahrung in Form von Blütenpollen und -nektar zur Verfügung steht, wächst die Zahl der Bienen stark an. Das Volk kommt dann in Schwarmstimmung und legt Weiselzellen an, in denen Jungköniginnen heranreifen. Nach deren Schlüpfen sammelt sich dann eines schönen, sonnigen Tages um die Mittagszeit herum ein Großteil des Volkes und verlässt zusammen mit der alten Königin als Schwarm den Bienenstock.

Das Schwärmen ist ein faszinierender und kraftvoller natürlicher Vorgang, aber Schwärme gehen gerne verloren und bedeuten für Imker*innen einen zumindest vorübergehenden Verlust an fleissigen Honigsammlerinnen. Um diesen Prozess zu kontrollieren, werden wie bei Pflanzen von Bienenvölkern Ableger gebildet. So können wir als Imker*innen die Zahl der Bienenvölker erhalten, um Winterverluste auszugleichen, oder sogar vermehren.

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Um dem Schwärmen vorzubeugen, haben wir also Ende April von unserem stärksten Volk einen Brutableger gebildet. Dabei werden eine oder zwei gut mit Brut besetzte Waben aus einem starken Volk, das bereits in Schwarmstimmung ist, entnommen und zusammen mit einer Futterwabe voll Honig in eine neue Beute gesetzt.

IMG_5814.JPGDer Ableger wird dann an einem weit entfernten Standort ausserhalb der Flugreichweite aufgestellt, damit die Bienen nicht einfach wieder zum alten Volk zurückkehren können. Am neuen Bienenstand kann sich das neue Volk dann in Ruhe entwickeln und eine neue Königin großziehen. Im Jahreslauf wird der Ableger dann immer stärker und beginnt bereits Honig zu sammeln.

Leider waren unsere Vorbeugungsmaßnahmen nicht ausreichend. Einige Zeit nach der Ablegerbildung schwärmte trotzdem ein Teil des Volkes aus. Zum Glück waren wir gerade im Garten und konnten das Schauspiel beobachten. Nach langem Geschwirre ließ sich der Schwarm in der Spitze einer jungen Buche nahe unseres Bienenstandes nieder.

Nach und nach tröpfelte der Schwarm dann über die zu dünnen Ästchen bis zum Boden, wo wir ihn mit einer rasch herangeschafften Beute zum Glück wieder einfangen konnten.

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Der alten Königin folgend (erkennbar in der unteren Mitte des Bildes am grünen Markierungspunkt) spazierten die Bienen nach und nach in ihr neues Zuhause. Eine wundersame Vermehrung: durch Ablegerbildung und Schwarm sind also in wenigen Wochen aus einem Bienenvolk drei geworden.