Die lila Kamuffel sind los!

Kurz bevor der Herbst so richtig angefangen hat, haben die lila Kamuffel (1.-3. Klässler*innen) der Evangelischen Grundschule Babelsberg uns noch einen Besuch im Garten abgestattet. Es wurden kleine Schätze im Garten gesammelt, Bienen beobachtet und viele Fragen rund um die fleißigen Tierchen geklärt. Nach einem stärkenden Picknick ging es dann wieder zurück zur Schule.

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Sommer im Seegarten

Trotz wechselhafter Witterung hat der Sommer nun wirklich Einzug gehalten in den Seegarten. Viel wurden schon abgeerntet: Unmengen an Spinat, Salat, Beinwell, Zuckerschoten, Rabarber, rote und schwarze Johannis-, Joster- und Stachelbeeren und manches mehr. Gerade die Beerensträucher trugen dieses Jahr sehr reichlich, dank des fleissigen Mulchens, nun auch mit Bambusmatten, zerschnitten beim Training der am Treffpunkt aktiven Schwertkünstler, und der frühen Gabe von kompostiertem Pferdemist. Und viel bleibt noch zu ernten: die Tomaten reifen, Kürbisse und Zuccini wuchern heran, die Kräuter sprießen.

Wunderschön ist auch dieses Jahr wieder die Vielfalt bunter, wilder Stauden wie etwa Dost, die unseren Honigbienen und vielen anderen Insekten eine reiche Weide bieten.

Da die Zeit der ergiebigen Trachten wie Robinie oder Linde nun aber vorrüber ist, werden wir bald den ersten Honig des Jahres ernten. Bis dahin kommt es bei den jede Woche anstehenden Schwarmkontrollen immer wieder zu Überraschungen. Einem unser Völker ist seine, mit drei Jahren schon sehr alte, Königin abhanden gekommen. Die Arbeiterinnen haben reichlich zapfenförmige Königinnenzellen angelegt, um darin standesgemäßen Nachwuchs heranzuziehen. Bei der letzten Kontrolle standen die ersten Blaublütigen kurz vor dem Schlüpfen. Nun hoffen wir, dass sich eine starke Königin bei den zu erwartenden Kämpfen durchsetzt und das Volk gut durch den Winter bringt.

Drei Königinnenlarven fielen bei dieser Operation aus ihren Gemächern. Eine seltene Gelegenheit, sie einmal genauer zu betrachten.

Ablegerbildung beim Gesang der Nachtigall

Der April zeigte sich dieses Jahr von seiner recht unterkühlten und wechselhaften Seite. Für die Bienen war es eine schwierige Zeit, sie konnten nur wenig ausfliegen, um die Frühtrachten wie Rosskastanie, Löwenzahn oder Obstblüte zu nutzen. Zum Glück hatten wir bei der Durchlenzung zur Sicherheit reichlich Winterfutter in den beiden überwinterten Völkern belassen, so dass sich die Immen gut entwickelt haben. Besonders eins der beiden Völker war Ende April bereits so stark und zahlreich, dass wir uns entschlossen, den Tag der Arbeit zur Bildung von zwei Ablegern zu nutzen. Das genaue Vorgehen bei dieser Form der Vermehrung von Bienenvölker hatten wir bereits letztes Jahr genauer beschrieben.

Beim Gesang der erst wenige Tage zuvor ins Havelland zugezogenen, im Seegarten ansässigen, und dazu noch auf einem Ast der Ulme direkt über den Beuten sitzenden Nachtigall bildeten wir zwei Ableger aus jeweils einer gut mit Ammenbienen besetzten Brutwabe und statteten sie mit reichlich Honigfutter und Mittelwänden zum Weiterwachsen- und bauen aus. Zum Glück fand sich am selben Tag noch ein lauschiges Plätzchen ausserhalb der Reichweite unserer Flugbienen, wo sich die zwei Jungvölker in Ruhe eine neue Königin heranziehen können. Nach mehr als einen Monat können beide dann runderneuert und hoffentlich bockstark zurück in den Seegarten ziehen.

Bienen-Nachmittage im April

Am 4. und 19. April war es ganz schön wuselig bei uns im Seegarten. Nicht nur, weil die Bienen nun fleißig fliegen. Sondern vor allem, da kleine und große Bienenfreund*innen uns bei unseren Bienen-Nachmittagen besucht haben.

Gemeinsam haben wir den Garten und die Bienen kennengelernt und viel entdeckt. Wir haben zum Beispiel heraus gefunden, wer alles im Bienenvolk lebt, wer welchen Job hat und wie lange so ein Bienen-Leben eigentlich dauert (außer im Winter nur ca. 30-35 Tage!).

Und wusstet ihr, dass eine Biene für ein 500g Glas Honig zweimal die Erde umrunden muss (Flugkilometer insgesamt für das Sammeln des Nektars)? Gut, dass sich das in einem Volk bis zu 50.000 Bienen teilen! Und dass es ohne Bienen keinen Kaffee geben würde, hat auch die Eltern ganz schön erstaunt.

Am Ende gab es jeweils eine richtige Schlacht um das süße Gold, bei der niemand zu kurz kommen wollte 😉

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Durchlenzung bei den Bienen

Letztes Wochenende war das Wetter recht warm und sonnig, die Kornellkirschen im Neuen Garten blühten leuchtend gelb. Bei unseren Bienen war die Zeit für die Durchlenzung gekommen.

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Bei diesem imkerlichen Frühjahrsputz werden die Bienenvölker zum ersten Mal nach dem Winter geöffnet. Wir sehen nach dem Rechten und entnehmen leergefutterte Honigwaben, die den Bienen als Wintervorrat dienten. In einem nächsten Arbeitsschritt wird das Brutnest des Bienenvolkes mit einem hölzernen Trennbrett, dem Schied, eingeengt. So sollen sich die Bienen besser entwickeln. In dem nächsten Wochen, wenn mit fortschreitendem Frühling die Zahl der Bienen stark zunimmt, wird dem Volk behutsam durch das Bereitstellen frischen Wabenbaumaterials (Mittelwänden) nach und nach mehr Raum zum Brüten gegeben.

Bei der Durchlenzung kann man die Kugelform des Brutnestes der Bienen besonders schön sehen (so wie auf dem folgenden Bild). Im Bild ist auf der Wabe nur ein Schnitt durch die obere, von Bienen besetzte Halbkugel und den umgebenden Futterkranz mit Honig zu sehen. Die zweite Hälfte des Brutnests befindet sich im unteren Teil des Bienenstocks auf einer weiteren Reihe von Waben.

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Zum Schutz der Bienenstöcke vor tieffliegenden Fussbällen und als ökologisch wertvolle Bereicherung des Seegartens haben wir eine Benjeshecke und einen neuen Totholzhaufen angelegt. Beide dienen Kleintieren wie Vögeln und Insekten als Versteck, schaffen damit neue Lebensräume und Rückzugsorte für Nützlinge, die im Garten bald auf die Jagd nach gefräßigen Raupen und Schnecken gehen sollen.

4.4.2017 & 19.4.2017: Bienennachmittag für Familien

Nach den ersten milden Tagen geht es nun schlagartig wieder rund in den Bienenvölkern. Und jedes Jahr aufs Neue ist es faszinierend, das Gewimmel zu beobachten und Antworten auf Fragen zu finden.

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Deshalb laden wir am 4.4.2017 und 19.4.2017 von jeweils 15:30h-18h alle Kinder ab 6 Jahre und ihre Eltern zu einem Bienennachmittag in den Seegarten ein.

Zusammen werden wir entdecken, warum Bienen so spannende Tiere und unverzichtbar für uns Menschen sind. Machen eigentlich alle Bienen Honig? Wovon ernähren sich Bienen und wie lange leben sie? Und was haben Maja und Willi denn mit mir selbst zu tun?

Wenn das Wetter es zulässt, werden wir auch einen Blick in die Völker werfen.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der BUNDjugend (Landesverband Brandenburg) statt.

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Kontakt Anmeldung: bis 28.3.2017 unter 0177-4670454
Kosten Eintritt frei, um eine Spende wird gebeten

Erster Vorfrühlingstag bei den Bienen

Während in Sichtweite noch Schlittschuhläufer und Eishockeyspieler über die spiegelglatte Eisfläche des Heiligen Sees flitzten, gingen unsere Bienen bei frühlingshaftem und herrlich sonnigem Wetter heute Nachmittag auf ihren ersten Reinigungsflug in diesem Jahr. Das zu beobachten war eine Freude, denn so wissen wir, dass zumindest einige der Völker den langen Winter bislang gut überstanden haben. Die Gelegenheit zu einer eiweissreichen Mahlzeit nutze auch eine freche Kohlmeise, die sich einzelne unglückliche Bienen in der Nähe des Fluglochs schnappte. Auch ein Zaunkönigpärchen stolzierte nonchalant ganz in der Nähe unseres Bienenstandes umher.

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Auf ihrem Reinigungsflug lassen die Bienen überall kleine gelbe Kotkleckser hinfallen. Diese Reinigung nach der Winteruhe ist sehr wichtig, bevor im Frühling das Brutgeschäft richtig an Fahrt gewinnt. Nun lassen wir See-Imker*innen die Bienen noch einige Zeit in Frieden. In Kürze sollten wir nur noch einmal überprüfen, ob die Immen noch genug Futter in den Waben haben (wir hatten sie mit ihrem eigenen Honig als Vorrat eingewintert), um die Zeit bis zum Beginn der ersten Frühlingsblüte (Salweide, Hasel, …) zu überbrücken.

Erster Honig aus wilden Waben

Im Frühjahr wachsen durch das reiche Angebot an Nektar und Pollen in der blühenden Natur die Bienenvölker sehr schnell. Geben wir Imker ihnen nicht rasch genug mehr Raum mit zusätzlichen Waben zum Bebrüten und Lagern von Honig und Pollen, schaffen sie sich schnell selbst mehr Platz. Was dabei entsteht nennt man Wildbau. Auf den Bildern unten ist sehr schön zu sehen, wie die Bienen auch ohne menschengemachte Vorgaben und Einschränkungen parallele Waben anlegen.

In den wilden Waben, die hier auf dem im Bienenstock eingehängten Schied angebracht wurden, befindet sich oft reichlich und herrlich frischer Honig. Bei dieser unverhofften ersten Ernte Anfang Juni handelte es sich um fast durchsichtigen Robinienhonig (irreführenderweise oft auch Akazienhonig genannt). Kein Wunder, denn zu dieser Zeit war die ganze Stadt voll süßem Duft von Millionen weisser Robinienblüten. Wie Kaugummi kann dieser fruchtige und aromatische Scheibenhonig mitsamt dem frischen, weissen Wachs genossen werden.

Von den Seegartenkindern ist diese bislang ungewohnte Form des Honigkonsums bereits mit großer Begeisterung aufgenommen worden.

Völkervermehrung: Ableger und Schwarm

Bienenvölker vermehren sich natürlicherweise im Frühjahr und Sommer durch Schwärme. Wenn es wärmer wird und immer mehr Nahrung in Form von Blütenpollen und -nektar zur Verfügung steht, wächst die Zahl der Bienen stark an. Das Volk kommt dann in Schwarmstimmung und legt Weiselzellen an, in denen Jungköniginnen heranreifen. Nach deren Schlüpfen sammelt sich dann eines schönen, sonnigen Tages um die Mittagszeit herum ein Großteil des Volkes und verlässt zusammen mit der alten Königin als Schwarm den Bienenstock.

Das Schwärmen ist ein faszinierender und kraftvoller natürlicher Vorgang, aber Schwärme gehen gerne verloren und bedeuten für Imker*innen einen zumindest vorübergehenden Verlust an fleissigen Honigsammlerinnen. Um diesen Prozess zu kontrollieren, werden wie bei Pflanzen von Bienenvölkern Ableger gebildet. So können wir als Imker*innen die Zahl der Bienenvölker erhalten, um Winterverluste auszugleichen, oder sogar vermehren.

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Um dem Schwärmen vorzubeugen, haben wir also Ende April von unserem stärksten Volk einen Brutableger gebildet. Dabei werden eine oder zwei gut mit Brut besetzte Waben aus einem starken Volk, das bereits in Schwarmstimmung ist, entnommen und zusammen mit einer Futterwabe voll Honig in eine neue Beute gesetzt.

IMG_5814.JPGDer Ableger wird dann an einem weit entfernten Standort ausserhalb der Flugreichweite aufgestellt, damit die Bienen nicht einfach wieder zum alten Volk zurückkehren können. Am neuen Bienenstand kann sich das neue Volk dann in Ruhe entwickeln und eine neue Königin großziehen. Im Jahreslauf wird der Ableger dann immer stärker und beginnt bereits Honig zu sammeln.

Leider waren unsere Vorbeugungsmaßnahmen nicht ausreichend. Einige Zeit nach der Ablegerbildung schwärmte trotzdem ein Teil des Volkes aus. Zum Glück waren wir gerade im Garten und konnten das Schauspiel beobachten. Nach langem Geschwirre ließ sich der Schwarm in der Spitze einer jungen Buche nahe unseres Bienenstandes nieder.

Nach und nach tröpfelte der Schwarm dann über die zu dünnen Ästchen bis zum Boden, wo wir ihn mit einer rasch herangeschafften Beute zum Glück wieder einfangen konnten.

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Der alten Königin folgend (erkennbar in der unteren Mitte des Bildes am grünen Markierungspunkt) spazierten die Bienen nach und nach in ihr neues Zuhause. Eine wundersame Vermehrung: durch Ablegerbildung und Schwarm sind also in wenigen Wochen aus einem Bienenvolk drei geworden.

Erster Honig im Honigraum

Mittlerweile haben wir bei beiden Völkern den Honigraum aufgesetzt. Dort werden die Bienen nun nach und nach Waben ausbauen und Honig eintragen. Da zwischen dem unteren Kasten (Zarge) und dem oberen (Honigraum-Zarge) ein Gitter liegt, kommen nur die Bienen nach oben, nicht aber die Königin. So wird verhindert, dass Brut in den Honigraum gelangt.

Die Königin haben wir heute übrigens auch wieder gesichtet (grün gekennzeichnet und deutlich größer als die Arbeiterinnen):

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In den letzten Tagen war es nochmal recht kalt, sodass im Honigraum noch nicht allzuviel passiert ist. Etwas Honig war aber heute immerhin schon zu sehen. Und das Besondere ist: Der eine Honigraum ist eine „Schauzarge“. Das heißt, dort kann ein Fenster geöffnet werden. Hinter einer Scheibe können die Bienen so beobachtet werden, ohne sie zu sehr zu stören.